Bootswerft - Huber GmbH

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Bootswerft-Huber GmbH Über uns

Leidenschaft Bootbau

Horgen

Einblick in das winterliche Geschehen in einer Bootswerft.

Während an diesem kühlen Februarmorgen die Sonne noch hinter den Wolken versteckt ist und es noch relativ still ist draussen, hat man sich in der F. Huber Bootswerft AG im Arn längst in die Arbeit gestürzt. Die insgesamt acht Mitarbeiter sind im riesigen Lagergebäude verteilt am Werk - es wird fleissig gesägt, gehämmert, gemessen, lackiert und poliert. Beim Gang durch die verschiedenen Arbeits- und Lagerräume steigen einem die unterschiedlichsten Gerüche in die Nase; hier liegt der Duft frischer Farbe in der Luft, da fliegt ein Hauch von Holzstaub durch den Raum, und im Treppenhaus lockt das Aroma von frischem Kaffee.

Derweil läuft im Büro von Geschäftsinhaber Felix Huber leise das Radio, und an seinem Schreibtisch vor einem riesigen Regal mit unzähligen Ordnern, Handbüchern und weiteren säuberlich platzierten Unterlagen berichtet er gerne und mit Stolz über seinen mittlerweile über dreissigjährigen Betrieb. «Zirka 140 Schiffe aller Art sind bei uns in dieser Jahreszeit untergebracht.

Von diesen überwintern einige in der Winterlagerhalle, und ein Teil wird hier während der kalten Jahreszeit repariert, restauriert und unterhalten», erklärt er und fügt hinzu, dass die vielen Schiffe allesamt bald schon wieder bereit sein müssen, um in See stechen zu können. Etwa von Oktober bis zum Frühlingsbeginn dauert die teils hektische, aber von Felix Huber sehr geschätzte Wintersaison für die Bootbauer und fordert sowohl die drei Lehrlinge als auch die ausgelernten Arbeiter täglich aufs Neue heraus. Im Sommer stehen dann eher kurzfristige Reparaturarbeiten an, die jeweils in kürzester Zeit erledigt werden müssen.

Bereits ein kurzer Augenschein im Horgner Unternehmen zeigt, wie vielfältig sich die Arbeit dort gestaltet. Während mancherorts an traditionellen Holzruderbooten hantiert wird, stehen im nächsten Raum moderne Luxusyachten von beachtlicher Grösse. «Das macht den Reiz dieses Berufes aus. Wir bearbeiten unendlich viele Materialien, was eine grosse Herausforderung ist», meint Felix Huber und streicht mit seiner Hand fast ein wenig ehrfürchtig über die glatte Oberfläche eines nagelneuen Ruderbootes, das nun nach fast 200 Arbeitsstunden beinahe fertig ist. Ein bis zwei Holzboote werden in der F. Huber Bootswerft AG nämlich jährlich von den Mitarbeitern selbst hergestellt. Und der Chef des Betriebs ist überzeugt: «Für diesen Job muss man echte Leidenschaft verspüren und vielleicht sogar ein wenig verrückt sein. Denn nur was man herzlich gerne tut, macht man auch gut.»

Konkurrenzdruck verspüre man in der Bootbau-Branche kaum, berichtet Felix Huber. Die Kunden seien extrem treu, und das Verhältnis zu anderen Bootswerften und den zuständigen Behörden sei absolut in Ordnung. Das Einhalten der Umweltvorschriften der Binnenschifffahrtsverordnung spielt dabei mit Sicherheit eine grosse Rolle und liegt dem Geschäftsführer sehr am Herzen. «Die Boote fahren auf unserem Trinkwasser herum, da ist es natürlich auch in meinem Interesse, dass dieses sauber bleibt», meint er schmunzelnd. Felix Huber kommt im Sommer aber zu seinem Bedauern nur selten dazu, sich als Kapitän zu beweisen. Sein zeitraubender Beruf scheint ihn jedoch ganz offensichtlich absolut zu erfüllen. «Die Arbeit als Bootbauer verleiht mir immer wieder Gänsehaut», verrät er, und beobachtet zufrieden, wie einer der jungen Bootbauer gerade einem edlen Holzboot noch den letzten Schliff verleiht, während draussen bereits das erste Schiff in diesem Jahr die Werft verlässt und bereit ist für eine lange Saison auf dem See.

Flurina Decasper
Zürichsee-Zeitung Linkes Ufer
Dienstag, 26. Februar 2008